ALLER ANFANG IST SCHWER

 

Es war schon eine denkwürdige Zeit, die Fünfziger-Jahre, als Deutschland nach den Schrecken des 2. Weltkriegs praktisch am Boden lag und sich nur ganz langsam wieder emporarbeitete.
Während die Erwachsenen die verheerenden Auswirkungen des Krieges mit unzähligen Toten, Verwundeten, Gefangenschaft, Besatzungsmacht, Flüchtlingen, etc. bewältigen mussten, drängte die Jugend bereits unbekümmert nach vorne. Mit Willen und Fleiß (damals gab es noch die 6-Tage-Arbeitswoche) wurde ein langsamer Aufschwung buchstäblich erarbeitet. In diese Zeit fiel auch das „Wunder von Bern“; die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft erkämpfte sich in der Schweiz die Weltmeisterschaft. Dieses überragende Ereignis, das ganz Deutschland mit Stolz erfüllte, löste eine unbändige Euphorie aus. Überall wurde nun Fußball gespielt.
Auch in Grünkraut traf sich Abend für Abend die Jugend der ganzen Gemeinde in immer größerer Zahl auf dem Dorfplatz und bolzte und kickte munter drauf los.
Bald schon wurde der Ruf nach einem Verein laut, doch es fehlte ein entsprechender Sportplatz. Es war Ludwig Rilling, der sich bereits 1956 engagierte und diesbezüglich u.a. beim Engelwirt vorsprach. Leider wurde zunächst kein geeignetes Gelände gefunden.
Als sich 1957 der damalige Oberlehrer Mayer und der Gemeinderat August Musch in das Geschehen einschalteten, nahm die Sache langsam Form an. Zwischenzeitlich wurde sogar schon ein Freundschaftsspiel in unserer Nachbargemeinde Bodnegg mit einer bunt zusammengewürfelten Mannschaft ausgetragen. Beim Gastwirt Igel in Liebenhofen fand man schließlich ein geeignetes Sportgelände und – vor allen Dingen – das nötige Verständnis für das Vorhaben des künftigen Sportvereins.

 

 

 

1957 – GRÜNDUNG DES TSV GRÜNKRAUT

 

Nachdem die Sportplatzfrage gelöst war, stand der Vereinsgründung nichts mehr im Wege. Am 13. Juli 1957 wurde von der Gründungsversammlung im Gasthaus Adler in Liebenhofen die Satzung beschlossen und damit der Turn- und Sportverein Grünkraut ins Leben gerufen.
Die erste Vorstandschaft des Vereins setzte sich wie folgt zusammen:

Erster Vorsitzender: Oberlehrer Karl Mayer,
Zweiter Vorsitzender: Gebhard Bottlinger,
Schriftführer: Franz Weißhaupt,
Kassierer: Josef Steidele,
Abteilungsleiter Fußball: August Musch,
Spielausschussvorsitzender: Ludwig Rilling.

Insgesamt 76 Personen haben sich bei der Gründungsversammlung dem neu gegründeten Sportverein angeschlossen. Mit Josef Dillmann stand bereits bei der Gründung ein Fußballtrainer zur Verfügung. Vorstand Mayer übernahm als Leiter die Turn- und Leichtathletikabteilung, für die er von Beginn an eine besondere Vorliebe hatte. Der junge Verein war gerüstet und sah hoffnungsvoll und voller Tatendrang der Zukunft entgegen.

 

 

 

BEGEISTERUNG DER ERSTEN STUNDE

 

Da die Fußballer kaum zu bremsen waren und in der neuen, im Spätsommer beginnenden Saison bereits mitspielen wollten, musste der neue Sportplatz in Liebenhofen in zahlreichen Arbeitsstunden hergerichtet werden. Nach der Vermessung wurden Tore besorgt und aufgestellt. Auf der oberen Sportplatzseite wurde ein Ballfang benötigt; dafür wurden Stangen aus dem nahen Wald angekarrt, aufgestellt und mit Maschendraht bespannt. Alle Arbeiten wurden von den Spielern durchgeführt.
Die Fußballer träumten mit ihrem Trainer Dillmann von Siegen und Meisterschaften. Schnell musste man aber einsehen, dass die Früchte des Erfolges doch höher hingen als erwartet. Trainer Dillmann musste seinen Schützlingen das ABC des Fußballs erst beibringen. Im 20. Saisonspiel gelang dann der erste Sieg, der selbstverständlich groß gefeiert wurde. Überhaupt wurde in der ersten Zeit viel gefeiert und viel Wert auf Gemeinschaft und Kameradschaft gelegt, ob nach dem Spiel und Training oder bei sonstigen Anlässen. In der Mannschaft herrschte über Jahre hinweg immer eine Bombenstimmung; einen Grund zu feiern gab es immer. Auch die Reservemannschaft, die im ersten Jahr mangels Geld für Trikots noch im Unterhemd spielen musste, spielte und feierte genauso entschlossen wie die erste Mannschaft.
Als Umkleideräume standen für die Gastmannschaft eine Garage und für die Heimmannschaft eine Fruchtkammer über dem Hühnerstall im Anwesen Igel zur Verfügung. Waschgelegenheit war im Freien an einem Kaltwasserhahn und einer Kaltwasserdusche. Trotz diesen für heutige Verhältnisse spartanischen Umständen ging es euphorisch und voller Begeisterung Jahr für Jahr in die neue Spielzeit.

 

 

 

ERSTE ERFOLGE

 

Der Traum vom schnellen Aufstieg war in der Abteilung Fußball bald ausgeträumt. Trotzdem waren stetige Fortschritte unverkennbar. Schon in der zweiten Saison 1958/59 landete Grünkraut auf dem 4. Tabellenplatz und in der Saison 1960/61 stand der TSV Grünkraut sogar im Endspiel um den C-Klassen-Bezirkspokal, in dem er sich erst im Wiederholungsspiel dem SV Ankenreute geschlagen geben musste.
In der Saison 1961/62 schlug Grünkraut nach verschlafener Vorrunde in der Rückrunde alle Gegner. In der Endabrechnung fehlten dann aber doch 2 Punkte auf den 1. Platz. Auch im darauf folgenden Jahr verpasste man die Meisterschaft nur knapp.
Im Jahr 1963 konnte nach einem Qualifikationsspiel gegen Baindt dann doch der Aufstieg als Zweitaufsteiger in die B-Klasse erreicht werden. Dies war für die Fußballer des TSV Grünkraut der erste große Erfolg der damals noch jungen Vereinsgeschichte.

 

 

 

EINE FUSSBALLJUGEND WÄCHST HERAN

 

Nach der Gründung des Vereins konnte zwar eine Jugendmannschaft aufgestellt werden. Von Anfang an litt sie jedoch unter schwacher Besetzung. Im 2. Spieljahr musste sie sogar ganz aus dem Spielbetrieb genommen werden. Es war für den Verein deshalb geradezu ein Glückstreffer, als Walter Gnann, der seit 1959 als aktiver Spieler dabei war, sich in der Generalversammlung 1961 bereit erklärte, die Jugendabteilung zu übernehmen. Seine Aufgabe war nicht leicht, denn er begann sozusagen ganz von vorne. Am 09. März 1961 leitete er das erste Training und schon bald konnte er eine gemischte Mannschaft gegen Bodnegg ins Spiel schicken. Mit großem Elan widmete er sich der Jugendarbeit. Anfangs fuhr er sogar mit dem Moped, vollgepackt mit Bällen, von Ravensburg nach Grünkraut zum Training. Die Früchte dieses einmaligen Einsatzes blieben nicht aus. 1961/62 nahm Grünkraut schon mit einer Jugendmannschaft an der Verbandsrunde teil und das Spieljahr 1962/63 brachte bereits einen großen Erfolg mit sich. Die Grünkrauter D-Jugend wurde Kreismeister und brachte stolz den ersten Meisterwimpel des TSV Grünkraut nach Hause.
Stetig wuchs die Zahl der Jugendfußballer. So waren 1963 bereits 35 Jugendspieler angemeldet und im Spieljahr 1966/67 nahmen bereits 3 Jugendmannschaften am regelmäßigen Spielbetrieb teil. Leider wechselte Walter Gnann 1967 als Jugendleiter zum FV Ravensburg. In dieser Zeit wurde die Jugend von Josef Müller, Helmut Steinhauser und Hans Offenwanger betreut. Walter Gnann hatte seine Grünkrauter jedoch nicht vergessen. Er kehrte 1970 zum TSV Grünkraut zurück und widmete sich wieder voll und ganz der Jugendarbeit.
Bald war ein enormer Zustrom ganz junger Fußballer zu verzeichnen, denn inzwischen gab es auch eine E-Jugend mit Alter bis zu 10 Jahren. Ab 1974 spielten in Grünkraut sogar 5 Jugendmannschaften und die Jugendabteilung war auf die stattliche Zahl von fast 100 aktiven Mitgliedern angewachsen. Aber nicht nur diese Zahl war enorm, die Jugendmannschaften haben auch stets beachtliche Leistungen erzielt und gute Tabellenplätze erreicht. Die A-, B- und C- Jugend behauptete sich sogar mit gutem Erfolg in der Leistungsstaffel.
Unsere B-Jugend, 1974 erstmals aufgestellt, begann gleich mit einer großen Überraschung, denn schon im ersten Spieljahr wurde sie auf Anhieb Kreismeister. Im Kampf um die Bezirksmeisterschaft unterlag sie im Endspiel nur knapp. Die E-Jugend wurde 1977 sogar doppelter Meister, sowohl in der Halle als auch in der Feldrunde.
Diese sportlichen Erfolge beruhten auf einer intensiven und mustergültigen Jugendarbeit. Dabei konnte sich Jugendleiter Walter Gnann auf die Unterstützung durch einen Stamm von Betreuern und Helfern verlassen. Auch war er immer erfolgreich um ein gutes Verhältnis mit den Eltern seiner Spieler bemüht.
Die Tätigkeit in der Jugendabteilung beschränkte sich aber nicht nur auf die Durchführung des Trainings und die Abwicklung des Spielbetriebs. Bereits von Anfang an verstand es Jugendleiter Walter Gnann durch Wanderungen, Nikolaus- und Weihnachtsfeiern und die von ihm regelmäßig durchgeführten Hüttenferien die Jugendlichen zu begeistern. Insbesondere die Jugendweihnachtsfeiern, die ausschließlich von der eigenen Jugend gestaltet wurden, waren aus dem Gemeindegeschehen nicht mehr wegzudenken.
Als Lohn für seine vorbildliche, ja fast einmalige Jugendarbeit haben Walter Gnann der Württembergische Fußballverband (WFV) und der Württembergische Landessportbund (WLSB) mit hohen Auszeichnungen gedankt und seine ehrenamtliche Tätigkeit als besonderes Vorbild hervorgehoben.
1981 ging das Amt des Jugendleiters in der Abteilung Fußball auf Hans Offenwanger über, der die Jugendarbeit in gleicher Weise fortführte. So konnten beispielsweise in der Saison 1983/84 drei Staffelmeisterschaften errungen werden, so dass – was bisher einmalig ist – alle Jugendmannschaften des TSV in der darauf folgenden Saison in der Leistungsstaffel spielen konnten.
Auch später wurde beim TSV Grünkraut immer ein Schwerpunkt auf die Jugendarbeit gelegt. Am längsten leitete Sigi Hämmerle die Fußballjugend. Es werden immer zwischen 100 und 130 Spieler und Spielerinnen im Spielbetrieb gehalten. Die Bewältigung dieser enormen Aufgabe kann nur durch eine gute Führung und viele ehrenamtliche Trainer und Betreuer geleistet werden. Seit 2006 leitet Berthold Rothenhäusler die Fußballjugend des TSV.

 

 

 

KULTURELLE UND GESELLIGE BETÄTIGUNG

 

Nicht nur auf dem Fußballfeld und bei Wettkämpfen machte der Verein auf sich aufmerksam. Schon sehr früh wurde eine Theatergruppe aufgebaut, die unter der Regie von Vorstand August Musch bald beachtliche Leistungen zeigte. Vor allem bei den Gemeindeweihnachtsfeiern fand die „Künstlergruppe“ des Vereins stets guten Anklang und trug so zur Bereicherung des kulturellen Gemeindegeschehens über die Jahre bei.
Höhepunkte auf diesem Gebiet waren die legendären Sportlerbälle. Als im Jahr 1958 der erste große Sportlerball mit Erfolg über die Bühne ging, brach eine neue Ära im Grünkrauter Fasnetsleben an. Schwendemarie und Moosriggele, von Oberlehrer Mayer erdacht, wurden zu Symbolfiguren der weiteren Sportlerbälle, die zunächst noch wesentlich von den unerschöpflichen Ideen des Urkomikers und Naturtalents Alfons Kronenberger geprägt wurden. Nach seinem Weggang wurde die Tradition von Hans Offenwanger und Helmut Steinhauser erfolgreich fortgesetzt. Gestützt auf so bewährte Schauspieler, Organisatoren und Techniker wie Werner Frick, Ruth Lachenmayer und Werner Kraus und unter der Leitung von Vorstand August Musch wurde auch jeder weitere Sportlerball vor überfüllter Halle zu einem neuen Höhepunkt. Das Geheimnis dieses großen Erfolges lag wohl darin, dass stets das gesamte Programm in den eigenen Reihen erdacht, gedichtet und gestaltet worden war. Ohne Übertreibung kann gesagt werden, dass der TSV gut 25 Jahre das kulturelle Leben in Grünkraut geprägt und gestaltet hat.
Im Gemeindeleben sind viele Bereiche vorhanden, in denen der TSV in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten mitgewirkt und seine Spuren hinterlassen hat. Als in den 80ger-Jahren die Recycling-Welle begann, wurden in der Gemeinde regelmäßig Altpapier und Glas gesammelt und der Wiederverwertung zugeführt. Noch heute engagiert sich der TSV gemeinsam mit dem Musikverein auf diesem Gebiet. Der TSV ist auf den Märkten der Gemeinde präsent, engagierte sich Jahrzehntelang in der Hallengemeinschaft der Grünkrauter Vereine, hilft bei der Frühjahrsputzete und, und, und ….

 

 

 

DIE FRAUEN DRÄNGEN IN DEN SPORTVEREIN

 

1968 begannen die Frauen in Grünkraut – anfangs noch sehr bedächtig – Sport zu treiben. Die Frauenturngruppe etablierte sich schnell und wurde als Abteilung in den TSV aufgenommen. Als 1969 Frau Moosmann die Frauenturnabteilung übernahm, setzte ein regelrechter Ansturm an turnbegeisterten Frauen ein und Frau Moosmann hatte oft alle Hände voll zu tun, um bis zu 60 Teilnehmerinnen auf dem begrenzten Raum der Gemeindehalle zu beschäftigen und in Bewegung zu halten. Das Interesse nahm derart zu, dass nach kurzer Zeit schon eine zweite Gruppe gebildet werden musste.
Die Tanzgruppen aus der Frauenturnabteilung bereicherten jeweils das Programm der Sportlerbälle oder der Sportfeste durch gekonnte und reizvolle Tanzeinlagen; regelmäßig wurden diese Einlagen mit sehr viel Beifall bedacht.
Der Elan und die Begeisterung der Grünkrauter Turnerfrauen hält unvermindert an. Heute nehmen mehr als 100 Frauen im Alter von 18 bis 85 Jahren die gebotenen Möglichkeiten von Bewegungstraining, Gymnastik, Aerobic oder sonstigen Arten von Training wahr.

 

 

 

AUCH DIE LEICHTATHLETIK RÜHRT SICH

 

Auch die anfangs wenigen Leichtathleten nahmen in der ersten Begeisterung an Wettkämpfen quer durch Oberschwaben teil. Von Vorstand Mayer, dem Leiter der Turn- und Leichtathletikabteilung, nahmen sie von Beginn an die Devise „dabei sein ist alles“ mit und überließen das Siegen zunächst den anderen.
Auch in der Turnabteilung wurde über Jahre hinweg in der damals neuen Halle fleißig geübt, allerdings konnte nie mehr an die Tradition des früheren Turnvereins angeknüpft werden.
Im Laufe der Zeit machte sich bei der Leichtathletik ein systematischer Aufbau bemerkbar. Unter Betreuer Herbert Pichotta wuchsen bei den Jugendlichen beachtliche Talente heran. So konnte Bärbel Pichotta im 880m-Lauf einen oberschwäbischen und Dorle Frick im Kugelstoßen sogar einen württembergischen Meistertitel erringen. Aber auch sonst konnte von den Jugendlichen mancher Sieg nach Hause gebracht werden.
Als Angelika und Alfred Kalb 1977 die Abteilung übernahmen, nahm die Leichtathletik einen enormen Aufschwung. Bis 1987 wurden regelmäßig Kreis- und Bezirksmeisterschaften errungen. Bei der Württembergischen Waldlaufmeisterschaft war Grünkraut eine der beliebtesten Etappen. Nach dem Wegzug der Eheleute Kalb 1987 ging es auch mit der Leichtathletik schnell bergab. Nach kurzer Zeit war diese Abteilung ganz aus dem Vereinsleben verschwunden.
1999 startete Ulrike Hess einen neuen Anlauf. Sie baute eine neue Leichtathletikgruppe auf und es gelang ihr recht schnell, eine große Zahl von Kindern und Jugendlichen für die Sache zu begeistern. Heute sind in der Leichtathletik rund 35 Kinder und Jugendliche aktiv, die bei Kreis- und Bezirksmeisterschaften immer wieder schöne Erfolge zu verzeichnen haben.

 

 

 

DIE JÜNGSTE ABTEILUNG: BOULE

 

Eine handvoll Boulebegeisterter begann im Jahr 1990 immer sonntags im Hinterhof von Roger Fabre dem französischen Nationalsport nachzugehen. Ein Jahr später hatte dieser Sport derart viele Grünkrauter begeistert, dass der Platz im Hof von Roger Fabre nicht mehr ausreichte. Neben einem neuen, größeren Ort zur Ausübung des Boulesportes musste auch über mögliche Organisationsformen nachgedacht werden. Josef Merk, der damalige erste Vorsitzende des TSV Grünkraut bot den Boulern den Aufbau einer eigenen Abteilung unter dem Dach des Sportvereins an.
Der offizielle Geburtstag der Abteilung Boule ist im Protokoll der Sitzung vom 13.07.1991 mit dem Eintritt in den Württembergischen Landessportbund (WLSB) auf den 01.06.1991 datiert. Zum selben Zeitpunkt wurde der neuen Abteilung auf dem Grünkrauter Sportgelände ein Teil der ungenutzten Kugelstoßanlage zur Verfügung gestellt. Bald darauf durfte die Abteilung die gesamte Kugelstoßanlage in Anspruch nehmen. Mit etwa 100 Kubikmeter Wandkies und Split wurde die alte Anlage in Eigenleistung zum „Boulodrome“ ausgebaut.
Erster Abteilungsleiter wurde der „Vater des Boule“ in Grünkraut, Roger Fabre. 1992 übernahm Andreas Besser das Amt. 1993 wurde das Boulodrome mit der ersten Flutlichtanlage ausgestattet und erstmals betraten Grünkrauter Bouler die überregionale Bouleszene bei den Landesmeisterschaften in Bruchsal und den Deutschen Meisterschaften in Weingarten. 1995 zählte die Abteilung bereits mehr als 30 aktive Mitglieder. 1996 übernahm Harald Huber das Amt des Abteilungsleiters von Andreas Besser und übergab dieses 2000 an Stefan Sichting. Unter dessen Führung schulterte die Abteilung ein ehrgeiziges Projekt: am Boulodrome wurde eine „Boulehalle“ errichtet und am 18.05.2002 feierlich eingeweiht. Damit wurde ein ganzjähriges Training und Spiel möglich. 2006 ging die Abteilungsleitung an Roland Marx über, der dieses Amt seither ausübt.
Nach den Jahren der Gründung und des Anlaufes stellten sich in den letzten Jahren beachtliche Erfolge ein. 1998 qualifizierte sich das Triplette mit Klaus Offenwanger, Darek Guzik und Stefan Sichting für die Deutsche Meisterschaft und belegte den 33. Platz. Im Jahr 2002 erreichte die erste Mannschaft in der Regionalliga den 3. Platz; 2005 konnte in der Oberliga ebenfalls der 3. Platz gefeiert werden.
Dass Boule ein Sport mit hohem Aufforderungscharakter ist, konnte die Bevölkerung schon mehrfach im Rahmen der Grünkrauter Ortsmeisterschaft feststellen, die seit 2003 ausgetragen wird. Hier kann jeder sein Glück bzw. Geschick mit den silbernen Kugeln testen.

 

 

 

UNSERE NEUE HEIMAT

 

1957 war der Sportverein glücklich, dass er in Liebenhofen einen Fußballplatz in idyllischer Lage gefunden hatte. Der allseits verwendete Begriff „Kirschbaumstadion“ sagt hierzu alles aus. Im Laufe der Jahre, als der Verein immer größer wurde und vor allem die Jugendabteilung wuchs und wuchs, zeigte sich, dass der Sportplatz in Liebenhofen den Anforderungen nicht mehr gewachsen war.
Im Jahr 1972 erwarb die Gemeinde Grünkraut das erforderliche Gelände, um eine neue Sportanlage zu erstellen. Als 1974 mit den Bauarbeiten begonnen wurde, sahen sich die Fußballer im Geiste schon auf dem neuen Sportplatz spielen. Doch ganz so schnell ging es nicht; der Ausbau verzögerte sich. Aber rechtzeitig zum 20jährigen Vereinsjubiläum 1977 wurde die Anlage fertig gestellt. Dabei wurden von Seiten des TSV einige tausend freiwillige Arbeitsstunden geleistet. Mit diesem Beitrag konnte ein wesentlicher Teil der Außenanlagen vollendet werden.
Heute wird das Sportgelände vielseitig genutzt. Der TSV Grünkraut ist sich darin bewusst, dass er eine der schönsten Sportanlagen im weiten Umkreis benutzen kann. Er ist der Gemeinde Grünkraut deshalb zu besonderem Dank verpflichtet.

 

 

 

DAS SPORTHEIM „AUGUST MUSCH“

 

Als der Verein 1957 gegründet wurde, war man anfangs mit den bescheidenen Wasch- und Umkleidemöglichkeiten zufrieden, zumal man mit dem Gasthaus Adler in Liebenhofen ein in allen Belangen ideales Vereinslokal gefunden hatte.
In den siebziger Jahren wurden mehr und mehr die Umkleideräume in der Turn- und Festhalle genutzt und als diese 1978 umgebaut wurde, musste in der alten „Käse“ (Molkerei in der Ortsmitte) für zwei Jahre ein doch sehr bescheidenes Notquartier bezogen werden. Als 1977 die neue Sportanlage zwischen Grünkraut und Liebenhofen eingeweiht wurde, war es für den damaligen ersten Vorsitzenden August Musch sofort klar, dass dazu auch ein richtiges Sportheim gehören muss.
Der Bau dieses Sportheims zählt, neben anderen großartigen Leistungen, zur größten Tat des Vorsitzenden August Musch. Mit unglaublicher Energie hat er von Baubeginn an bis zur Einweihung die Arbeiten geleitet. Er setzte sogar seine Gesundheit aufs Spiel um dieses Werk zu vollenden. Er selbst hat von den ca. 12000 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden gut 1300 Stunden selbst erbracht. Durch jahrelange sparsame Finanzpolitik im Verein, durch Zuschüsse und Spenden stand das Sportheim bereits bei der Einweihung nahezu schuldenfrei da. Das von Architekt Hartmut Stordel geplante Gebäude fügt sich hervorragend in das Gelände ein und stellt noch heute einen gelungenen Abschluss des Sportgeländes dar. Das Sportheim ist eine inzwischen bewährte Begegnungsstätte, nicht nur für Mitglieder, sondern für die gesamte Bevölkerung und für die örtlichen Vereine. Im Sportheim befinden sich neben den Zweckräumen wie Küche, Duschen, WC, Geräteraum usw. ein Jugendraum und eine Vereinsgaststätte, die zunächst von den Vereinsmitgliedern selbst verwaltet, danach dann verpachtet wurde. Seit vielen Jahren ist Jürgen Ruoff der Pächter der Gaststätte, die er mit seinem Team umsichtig und zuverlässig führt.
Sportheim und Sportgelände sind zusammen eine hervorragende Grundausstattung für die Sporttreibenden der Gemeinde und bilden eine Grundlage für den sportlichen Erfolg.
Um die Verdienste des ehemaligen ersten Vorsitzenden und jetzigen Ehrenvorsitzenden August Musch für den Verein und insbesondere beim Bau des Sportheims zu würdigen wurde das Gebäude im Jahr 2003 in das „Sportheim August Musch“ umbenannt.

 

 

 

DER SCHWERE WEG ZU MEISTERSCHAFT UND ERFOLG

 

Nach dem Aufstieg 1963 hielten sich unsere Fußballer 3 Jahre in der B-Klasse, bis sie 1966 wieder in die vertraute Umgebung der C-Klasse zurückkehren mussten. Mit dem Abstieg bahnte sich auch ein Generationswechsel an. Die „alten Kämpfer“, über 10 Jahre hinweg der Stamm der 1. Mannschaft, wurden mehr und mehr durch die nachdrängende Jugend ersetzt. Derart verjüngt, hoffte man auf den baldigen Wiederaufstieg. Doch die Verjüngungskur allein brachte nicht den gewünschten Erfolg. Die Mannschaft begnügte sich mehrere Jahre lang mit mittleren Tabellenplätzen. Als Walter Gnann 1971 wieder nach Grünkraut zurückkehrte und auch das Training der Aktiven übernahm, kam der lange erhoffte Aufschwung. 1972 wurde die 1. Mannschaft gegen den SV Baindt C-Klassen-Pokalsieger und in den beiden darauf folgenden Jahren wurde die 2. Mannschaft jeweils Reservemeister. Doch damit war das Pulver fürs erste verschossen. Jahr für Jahr weckte ein guter Start in der Vorrunde bei Trainer, Vorstand und Anhang erneut Hoffnung auf den Erfolg. Aber die Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, denn regelmäßig in der Rückrunde kam die Mannschaft wieder aus dem Tritt. Dann endlich, gerade rechtzeitig zum 20jährigen Vereinsjubiläum machten die Fußballer ernst. Nach erfolgreicher Vorrunde ließen sich die Männer um Trainer Gerhard Müller von der Siegerstraße nicht mehr abbringen. Unterstützt von einer großen Kulisse treuer Zuschauer erkämpften sie sich die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte und den damit verbundenen Aufstieg. Auch diesmal war der Aufenthalt in der oberen Spielklasse jedoch von kurzer Dauer; nach einigen „unglücklichen Niederlagen“ war man wieder zurück in der untersten Spielklasse. Nun begannen einige Jahre der fußballerischen Abstinenz, in denen außer mittleren Tabellenplätzen nur eine Reservemeisterschaft zu vermelden war.
Erst als 2002 mit Michael Gleich ein namhafter Trainer verpflichtet werden konnte, stellte sich auch wieder der Erfolg ein. Im Spieljahr 2003/04 wurde man mit 7 Punkten Vorsprung Herbstmeister, verspielte aber die Meisterschaft im letzten Spiel in der Nachspielzeit. Diese Niederlage war wohl eine der bittersten der Vereinsgeschichte. Das Spiel um den Zweitaufsteiger verlor man ebenfalls gegen den TSV Eschach. Der Zustand zwischen Hoffen und Bangen ist seither wieder erreicht. Vielleicht klappt es ja in den kommenden Jahren mal wieder. Die Voraussetzungen hierfür sind sicherlich nicht schlecht.

 

 

 

UNSERE VEREINSFÜHRUNG

 

Oberlehrer Mayer als erster Vorstand war wesentlich am Zustandekommen und an der Gründung des Vereins beteiligt. In der Aufbauphase gab er dem Verein wesentliche Impulse. In seiner freundlichen, humorvollen und umgänglichen Art war er ein souveräner Leiter des neuen Sportvereins. Leider zwang ihn eine schwere Erkrankung im Jahre 1962 zum Rücktritt.
August Musch, als Fußballabteilungsleiter von der ersten Stunde an maßgeblich beteiligt, trat die Nachfolge im Vorstand an und stand 23 Jahre ununterbrochen an der Spitze des Vereins. In unermüdlichem Einsatz hat er in dieser langen Zeit die vielen Aufgaben und Probleme stets zum Wohle des Vereins gemeistert. Seine besondere Leidenschaft galt den Fußballern, die er in unzähligen Spielen während all der Jahre begleitete und betreute. Für ihn war es deshalb eine besondere Freude, dass gerade im Jubiläumsjahr 1977 die Meisterschaft errungen wurde und dass beim Eintritt in die B-Klasse die neue Sportanlage zur Verfügung stand.
Als im Jahr 1984 August Musch aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zur Verfügung stellen musste, war es für Josef Merk eine Selbstverständlichkeit die Vereinsführung zu übernehmen. Leider musste er 1992 aus beruflichen Gründen seinen Vorsitz bereits wieder abgeben.
Als dann 1992 Peter Kaltenmark den Posten des 1. Vorsitzenden übernahm, zeichnete sich schnell die neue Generation mit einem neuen und völlig anderen Führungsstil ab. Der Verein erhielt eine neue Struktur. Die drei Abteilungen Fußball, Freizeitsport und Boule erhielten unter dem Dach des Hauptvereins eigene Strukturen und eigene Kompetenzen. Seither haben die drei Abteilungen eine eigene Abteilungsleitung, die für die gesamte Abwicklung einschließlich Finanzen der Abteilung selbst verantwortlich ist. Nach 10 Jahren an der Spitze des Vereins legte Peter Kaltenmark im Jahr 2002 seinen Vorsitz nieder.
Seit 2002 ist Claus Eber der 1. Vorsitzende des TSV Grünkraut. Da er bereits seit 1972 als Jugendspieler und späterer aktiver Fußballspieler im Verein zuhause war, ist er bestens mit dem Werdegang und den Problemen des Vereins vertraut. In seine bisherige Amtszeit fällt die bislang umfangreichste Sanierung des Sportheims im Jahr 2004 sowie das Erreichen der nahezu unglaublichen Zahl an Vereinsmitgliedern von über 1000.
Wenn der Sportverein in 50 Jahren seiner Geschichte nur 5 Vorstände vorweisen kann, so betrachtet er dies nicht als Mangel. Dies zeugt im Gegenteil von geordneten Verhältnissen und einer soliden, auf längere Sicht angelegten Vereinsarbeit.

TSV Grünkraut 1957 e. V.

-Geschäftsstelle-
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E-Mail: tsv-gruenkraut@web.de

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