FV Ravensburg II erklimmt den Hallenthron

6:2-Finalsieg gegen Bergatreute – Tettnang gewinnt Frauenturnier


Nach sechs Jahren ist es geschehen. Die SG Baienfurt, Seriensieger und Hallendominator, wurde ihrer Vormachtstellung beraubt. Der FV Ravensburg II stieß Baienfurt bei der Kreismeisterschaft in Grünkraut vor guter Kulisse vom Thron.
Dabei sah es am Sonntag nach der Zwischenrunde noch so aus, als besäße die SGB die besten Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung. Denn nach einer durchwachsenen Vorrunden (2:3 Niederlage gegen Vogt II) spazierte der Favorit durch die Zwischenrunde, die FG 2010 Wilhelmsdorf/Riedhausen/Zußdorf (1:4), der TSB Ravensburg (0:2) und der SV Haisterkirch (1:5) mussten unschön miterleben wie Baienfurt ins Rollen kam. Neben Berg zog die FG 2010 und Haisterkirch (einer von zwei besten Dritten der drei Zwischenrunengruppen) ins Viertelfinale ein.


Ganz im Gegensatz dazu ließ der FV Ravensburg nach totaler Dominanz am Donnerstag in der Zwischenrunde einige Federn. Das Derby gegen Weingarten ging 1:2 verloren, ehe ein 2:0-Erfolg über die SG Aulendorf die Wende brachte. Das 6:1 gegen eine überforderte Reservemannschaft des TSV Berg, die lediglich mit fünf Spielern angetreten war, hatte keine Aussagekraft. Das reichte für Rang zwei hinter Weingarten.
In der letzten setzten sich Eschach und der FC Aulendorf durch, Bergatreute zog als Dritter ebenfalls mit etwas Glück in das Viertelfinale ein.
Im Viertelfinale setzte das große Favoritensterben ein. Zunächst unterlag Weingarten mit 0:1 gegen Haisterkich, das den Siegtreffer in eigener Unterzahl erzielte. Kurz darauf kamen auch die Hallenspezialisten aus Baienfurt zu Fall. Nach abgelaufenen zehn Minuten reichte es im Duell mit Bergatreute nur zu einem 1:1, das Neun-Meter-Schießen wurde zur Entscheidung benötigt – und dort versagten Baienfurt die Nerven. Keinem Schützen der SGB gelang es, Baienfurts Torhüter David Berg – der später auch zum Torhüter des Turniers gewählt wurde – zu überwinden. 1:4 hieß es nach drei Schützen auf beiden Seite, das Spiel war entschieden.

Auch bei der Partie zwischen Eschach und der FG 2010 musste ein Neun-Meter-Schießen über den Sieger bestimmen. Eschach blieb souverän und siegte 5:4 (1:1). Der FV Ravensburg ließ gegen den FC Aulendorf die nötige Konsequenz vermissen, entschied das Duell letztlich aber verdient mit 1:0 für sich.
Die anschließenden Halbfinals brachten nach regulärer Spielzeit erneut keinen Sieger hervor. Bergatreute behielt beim 5:4 (2:2) gegen Haisterkirch die Oberhand, während Ravensburg 5:3 (1:1) über Eschach triumphierte, das sich im kleinen Finale zumindest noch den dritten Rang sicherte (4:1-Erfolg über Haisterkirch).
Im Endspiel zwischen Bergatreute und Ravensburg waren die Rollen klar verteilt und das einseitige Spiel untermalte den Klassenunterschied. Zwar kämpfte sich Außenseite nach einem frühen 0:2 nochmals auf 2:2 zurück, doch als der FV zulegte, fiel Bergatreute auseinander. Auf 6:2 schraubte der Landesligist das Ergebnis, Burak Soyudogru traf doppelt und sicherte sich zusammen mit Bergatreutes Marcus Weber (beide elf Treffer) den Titel des Torschützenkönigs.
Die Frauenkonkurrenz starte mit zwei Zwischenrundengruppen bestehend aus drei Mannschaften, die je nach Platzierung in der Gruppe im Finale, Spiel um Platz drei oder Spiel um Platz fünf landeten.


In der ersten Gruppe warf der TSB Ravensburg den Vorjahressieger und Oberligisten Unterzeil-Reichenhofen mit einem knappen 1:0 aus dem Titelrennen. Da beide gegen die SG Ravensburg/Ankenreute Erfolge feierten, stand der TSB im Finale. In dieses folgte der TSV Tettnang, der in der zweiten Gruppe keine Probleme hatte. Erst schlug man Wangen 3:0 und auch Immenried war beim 5:1 der Tettnanger ohne jede Chance. Im Spiel um den dritten Platz bezwang Unterzeil-Reichenhofen Wangen mit 1:0.
Wie das Herrenfinale war auch das Endspiel der Frauen eine klare Angelegenheit. Zwar klingt der 2:1-Sieg Tettnangs nicht sonderlich souverän, doch der Verbandsligist war dem TSB Ravensburg gerade in Lauf- und Passspiel weit überlegen. Ravensburg fand nach dem Anschlusstreffer keine Mittel, um Tettnang unter Druck setzen zu können. Zudem stellte Tettnang mit der jungen Alissa Frank die beste Torjägerin.

Unzählige ehrenamtliche Helfer ermöglichten ein reibungsloses Turnier. Außer der Spielfeldbande gab es keine Ausfälle oder gar Verletzten zu beklagen. Auch Spieler, Trainer und Zuschauer waren voll des Lobes über die gelungene Premiere in Grünkraut. Der TSV Grünkraut war erstmalig Ausrichter einer so großen Sport-Veranstaltung. Mit dieser großen hellen Sporthalle haben es zukünftige Ausrichter schwer, sich um die Hallenkreismeisterschaft zu bewerben, und Grünkrauts Bürgermeister Holger Lehr gab bei der Siegerehrung schon die Bewerbung für die nächste Kreismeisterschaft ab.

 

 

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